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Was ist eine Blockchain-Adresse?

Eine Blockchain-Adresse ist eine Zeichenfolge, mit der ein Blockchain-Netzwerk ein Konto oder Empfangsziel erkennt oder Bedingungen für die Nutzung von Vermögenswerten beschreibt. Sie kann in der Regel zum Empfangen geteilt werden, ist aber weder ein Passwort noch ein Behälter, in dem Coins liegen. Vor der Verwendung müssen das Blockchain-Netzwerk und der Adresstyp geprüft werden.

Der Begriff umfasst unterschiedliche Konstruktionen. Bei Ethereum kann eine Adresse ein von einem Nutzer kontrolliertes Konto oder ein Smart-Contract-Konto bezeichnen. Eine Bitcoin-Adresse kann Bedingungen darstellen, die später zum Ausgeben der empfangenen Vermögenswerte erfüllt werden müssen. Beim XRP Ledger kann zusätzlich ein Destination Tag erforderlich sein. Deshalb sind Netzwerk, Format und nötige Zusatzangaben gemeinsam zu prüfen.

Warum Blockchain-Netzwerke Adressen verwenden

Öffentliche Schlüssel und Zahlungsbedingungen können lang und als alltägliche Empfangsinformation unpraktisch sein. Eine Blockchain-Adresse bringt die für eine Übertragung nötigen Angaben in ein standardisiertes Format, das sich leichter kopieren und erkennen lässt. Einige Formate enthalten außerdem Angaben zum Netzwerk oder Adresstyp sowie eine Prüfsumme für bestimmte Eingabefehler. Die Wallet liest die Adresse und erstellt die Übertragung nach den Regeln der jeweiligen Blockchain.

Eine korrekt formatierte Adresse belegt jedoch nicht, wer sie kontrolliert. Sie sagt der Software, wohin Vermögenswerte gesendet werden sollen. Um sie später zu bewegen, muss der Kontrollierende weiterhin mit dem erforderlichen privaten Schlüssel signieren oder eine andere Autorisierungsregel erfüllen, etwa die eines Smart Contracts.

Wie eine Adresse aufgebaut wird

Blockchains erzeugen Adressen nicht alle auf dieselbe Weise. Der Ablauf lässt sich jedoch grob in drei Schritte gliedern.

Schritt 1: Informationen für die Adresserzeugung vorbereiten

Eine Adresse ist normalerweise keine vom Nutzer frei gewählte Zeichenfolge. Eine Wallet oder ein Protokoll berechnet sie aus vorhandenen Informationen.

  • Eine gewöhnliche Wallet-Adresse steht häufig mit einem öffentlichen und einem privaten Schlüsselpaar in Verbindung. Der private Schlüssel autorisiert Transaktionen; der öffentliche Schlüssel kann zur Ableitung der Empfangsadresse dienen.
  • Manche Bitcoin-Adressen beruhen zusätzlich auf Ausgabebedingungen. Diese legen fest, welche Anforderungen erfüllt sein müssen, bevor die zugehörigen Vermögenswerte ausgegeben werden können.
  • Eine Smart-Contract-Adresse kann aus dem Ersteller des Vertrags, Transaktionsdaten oder anderen Bereitstellungsinformationen erzeugt werden.

Diese Angaben sind das Ausgangsmaterial, erscheinen aber normalerweise nicht unverändert in der endgültigen Adresse.

Schritt 2: Hash- oder Codierungsregeln des Netzwerks anwenden

Das Netzwerk verarbeitet die Ausgangsdaten nach seinen eigenen Regeln.

Ein Hash lässt sich als digitaler Fingerabdruck verstehen. Ein Hash-Algorithmus wandelt Daten in ein Ergebnis fester Länge um. Auch lange Eingaben können eine Ausgabe dieser vorgegebenen Länge erzeugen; aus dem Hash allein lassen sich die ursprünglichen Daten in der Regel nicht zurückgewinnen.

Die Codierung überführt das Ergebnis in ein Format aus Buchstaben und Zahlen, das Wallets und andere Anwendungen lesen, kopieren und übertragen können. Da Blockchains unterschiedliche Algorithmen und Codierungsregeln verwenden, unterscheiden sich Ethereum-, Bitcoin- und XRP-Ledger-Adressen in Aussehen und Länge.

Schritt 3: Präfix, Versionsangabe oder Prüfsumme ergänzen

Einige Adressformate enthalten zusätzliche Angaben:

  • Ein Präfix kann Software helfen, den Adresstyp zu erkennen. Manche Bitcoin-Adressen beginnen beispielsweise mit bc1.
  • Eine Versionsangabe teilt der Software mit, nach welchen Regeln sie die Adresse interpretieren soll.
  • Eine Prüfsumme hilft, bestimmte Eingabe- oder Kopierfehler zu erkennen. Ändert sich ein Zeichen, kann die Wallet das Format als ungültig melden.

Eine Prüfsumme erkennt nur bestimmte Formatfehler. Sie belegt weder, wer die Adresse kontrolliert, noch ob das beabsichtigte Netzwerk ausgewählt wurde.

Beispiel für eine Ethereum-Adresse

Bei einer gewöhnlichen Ethereum-Wallet lässt sich der Ablauf vereinfacht so darstellen:

  1. Die Wallet erzeugt einen privaten Schlüssel.
  2. Daraus berechnet sie den zugehörigen öffentlichen Schlüssel.
  3. Auf den öffentlichen Schlüssel wird die Hash-Funktion Keccak-256 angewendet.
  4. Die letzten 20 Byte des Hashes werden mit 0x am Anfang zur Ethereum-Adresse.

Ein gekürztes Beispiel lautet 0x7A3f…9C21. Es zeigt nur das Aussehen und ist keine vollständige Adresse für Übertragungen. Eine vollständige Ethereum-Adresse enthält nach 0x 40 hexadezimale Zeichen.

Der private Schlüssel ist nicht in der Adresse enthalten. Die Adresse kann zum Empfangen geteilt werden, der private Schlüssel muss jedoch vertraulich bleiben. Smart-Contract-Adressen folgen anderen Erstellungsregeln. Weitere Einzelheiten enthalten die Ethereum-Dokumentation zu Konten und EIP-55.

Bitcoin und XRP Ledger verwenden andere Regeln. BIP-173 und BIP-350 definieren die Codierungen Bech32 beziehungsweise Bech32m. Laut der XRPL-Adressdokumentation benötigen manche Übertragungen neben der klassischen Adresse einen Destination Tag. Eine X-Adresse kann beides zusammenfassen; ihre Nutzung hängt jedoch von der Unterstützung durch Wallet, Plattform oder Client-Bibliothek ab.

Adresse, öffentlicher Schlüssel, privater Schlüssel und Wallet

  • Eine Adresse hilft Software, ein Konto, ein Empfangsziel oder Bedingungen für die Nutzung von Vermögenswerten zu erkennen.
  • Ein öffentlicher Schlüssel kann geteilt werden und dient zur Signaturprüfung; in manchen Modellen ist er auch an der Adresserzeugung beteiligt.
  • Ein privater Schlüssel muss vertraulich bleiben und erzeugt Signaturen zur Autorisierung von Transaktionen.
  • Eine Wallet hilft, Konten und Adressen anzuzeigen und kann Signaturschlüssel speichern oder verwenden.

Adresse und öffentlicher Schlüssel sind nicht dasselbe. Eine Adresse kann aus einem öffentlichen Schlüssel berechnet oder aus Ausgabebedingungen beziehungsweise Bereitstellungsdaten eines Vertrags erzeugt werden. Eine Wallet kann viele Adressen verwalten; eine Smart-Contract-Adresse kann durch Code oder mehrere Signierende kontrolliert werden. Eine Empfangsadresse kann meist geteilt werden, private Schlüssel und Wiederherstellungsdaten müssen jedoch vertraulich bleiben.

Warum eine gültig aussehende Adresse dennoch nicht funktionieren kann

  • Falsches Netzwerk: Ähnlich aussehende Adressen gehören nicht zwingend zum selben Netzwerk, und der empfangende Dienst unterstützt die ausgewählte Blockchain möglicherweise nicht.
  • Nicht unterstützter Adresstyp: Manche Wallets oder Dienste unterstützen nicht jedes Adressformat.
  • Fehlendes Memo oder Destination Tag: Eine Plattform kann eine Onchain-Adresse für viele Nutzer verwenden und die richtige Zuordnung über eine Zusatzkennung vornehmen.
  • Verwechslung mit einer Vertragsadresse: Die Vertragsadresse eines Tokens ist nicht automatisch die Empfangsadresse eines Nutzers.
  • Kontrolle nicht bestätigt: Eine gültige Syntax und Prüfsumme belegen nicht, dass der erwartete Empfänger die Adresse kontrolliert.

Nach der Bestätigung einer Onchain-Übertragung kann der Absender sie normalerweise nicht direkt zurückrufen. Ob der Empfänger die Vermögenswerte zurückgeben kann oder will, hängt von Netzwerk, Dienst und Umständen ab. Eine Wallet kann Format und Netzwerkkompatibilität vorab prüfen, aber aus der Adresse allein nicht die tatsächliche Absicht des Nutzers erkennen.

Wiederverwendung und Sichtbarkeit

Eine Empfangsadresse kann in der Regel geteilt werden, doch ihre Wiederverwendung kann Zusammenhänge zwischen Transaktionen sichtbar machen. Blockchain-Transaktionen sind gewöhnlich öffentlich einsehbar. Daten eines Plattformkontos oder öffentliche Profile können eine Adresse zusätzlich mit einer Person oder einem Dienst verknüpfen. Der Bitcoin Developer Guide zu Wallets beschreibt, dass manche Wallets für jeden Empfang eine neue Adresse erzeugen. Das garantiert keine Anonymität, da andere Verbindungen weiterhin sichtbar sein können.

FAQ

Enthält eine Adresse die Coins?

Nein. Guthaben oder verfügbare Transaktionsausgaben werden im Blockchain-Ledger erfasst. Die Adresse hilft Wallet und Netzwerk, die zugehörigen Einträge zu finden; sie ist kein Behälter für Vermögenswerte.

Ermöglicht die Kenntnis einer Adresse das Signieren?

Nein. Eine Adresse allein berechtigt nicht zur Übertragung. Dafür ist gewöhnlich eine Signatur mit dem privaten Schlüssel oder eine andere vom Konto, den Ausgabebedingungen oder dem Smart Contract verlangte Autorisierung nötig.

Bedeutet eine gültige Prüfsumme, dass eine Adresse sicher verwendet werden kann?

Nein. Sie kann bestimmte Eingabefehler erkennen, bestätigt aber weder Netzwerk, Empfänger noch Zweck.

Verwandte Begriffe und weiterführende Lektüre

Lies mehr über öffentliche Schlüssel, private Schlüssel, Krypto-Wallets und Gasgebühren oder kehre zum Krypto-Glossar zurück.

Praktische Hinweise bieten die OKX-Learn-Leitfäden Finding a wallet address (englisch) und Bitcoin addresses (englisch). Die Protokollregeln lassen sich anhand der unten aufgeführten Quellen prüfen.

Quellen

  • Ethereum: accounts — EOA- und Vertragsadressen, öffentliche Schlüssel und Kontotypen.
  • BIP-173 — Bech32-Codierung für native SegWit-v0-Adressen.
  • BIP-350 — Bech32m und Kompatibilität mit Witness-Versionen.
  • EIP-55 — Prüfsummencodierung mit gemischter Groß- und Kleinschreibung.
  • XRPL: addresses — klassische Adressen, Prüfsummen, X-Adressen und Destination Tags.
  • Bitcoin Developer Guide: wallets — Wallet-Software, Schlüssel, Skripte und Adresswiederverwendung.
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